Es ist eine ungewöhnliche Zeit für Private-Equity-Gesellschaften (PEG). Viele ihrer Portfoliounternehmen sehen sich mit niedrigerem Kaufverhalten, geringerer Produktivität und Unterbrechungen in der Lieferkette konfrontiert. Viele Unternehmen sind unvorbereitet. Unerwartete Veränderungen zwingen das Management, Betriebsmodelle zu überdenken.

Gleichzeitig besteht eine große Chance: Vermögenswerte mit starken Fundamentaldaten und niedrigen Bewertungen eröffnen neue Märkte. Notleidende Kredite müssen dringend finanziert werden und Investitionen in Digitaltechnik und Automatisierung können die Widerstandsfähigkeit und Agilität stärken. Wenn Sie jetzt die richtigen, mutigen Schritte gehen, bedeutet das bessere Chancen für eine schnelle Erholung.

Chancen aufzeigen

Angesichts der beispiellosen Ungewissheit stellt sich die Frage, wie man Risiken und Chancen schnell bewerten und Kapital wettbewerbsfähig zuteilen kann.

  • Um die Auswirkungen von Veränderungen zu verstehen, benötigen Sie einen analytischen Rahmen, der Verschiebungen von Basisszenarien misst. Er kombiniert bestehende Trends und unvorhergesehene Veränderungen. Dies erfordert nicht nur Empirie, sondern auch die Modellierung von What-if-Szenarien.
  • Mit schnellerem Wandel wird es schwieriger, die Zukunft vorherzusagen. Die Szenariomodellierung kann potenzielle Chancen aufzeigen, sodass das Management schon heute mit der Planung beginnen und die Triebkräfte für Veränderungen verstehen kann – sowohl in ihren eigenen als auch in parallelen Märkten.
  • Es werden die richtigen Daten und digitalen Werkzeuge benötigt, um Szenarien effektiv zu modellieren, nicht nur auf der Ebene des Gesamtportfolios, sondern auch um detailliert auf die einzelnen Portfoliounternehmen zu blicken – idealerweise bis auf das Level von bestimmten Geschäftsbereichen sowie Produkt- und Kundenkategorien.

Portfoliounternehmen

In dieser unsicheren Zeit müssen sich die Portfoliounternehmen auf operative Effizienz konzentrieren, um Einnahmen weiterhin sicherzustellen und das Betriebskapital zu schützen. Sobald die Talsohle durchschritten ist, können sie Transformationsstrategien, die bereits vor der Krise auf der Tagesordnung standen, beschleunigen.

Die Geschäftsstrategie wird durch CEO und Vorstand festgelegt. Dabei kann es passieren, dass der Top-down-Ansatz nicht mit der Bottom-up-Sicht zusammenpasst. Beispielsweise könnten die Konkurrenten des letzten Jahres nicht mehr die primäre Bedrohung für das künftige Wachstum darstellen. Stattdessen spielen strukturelle Veränderungen, neue branchenübergreifende Wettbewerber und ein neues Verbraucherverhalten eine größere Rolle. Mit modernen Planungslösungen und Modellierungstechnologien wie Jedox entwickeln Sie diese Sichtweisen zu kohärenten Szenarien.

Fonds

Auf der Fondsebene erfordert die große Ungewissheit eine kontinuierliche Überprüfung der Strategie und des Portfolios, um die Liquidität zu verwalten, gefährdete Vermögenswerte zu identifizieren und die Wachstumsherausforderungen zu verstehen. Dennoch sind viele Firmen bei komplexen Berechnungen der Verteilung des Fondkapitals nach dem Wasserfall-Prinzip noch immer auf nicht verbundene Tabellenkalkulationen angewiesen.

Kennen Sie das schwächste Glied in Ihrem Portfolio? Portfoliomanager und Komplementäre müssen sich schneller anpassen, um zu entscheiden, ob sie notleidende Vermögenswerte veräußern oder Kapital umverteilen müssen, um „Rising Stars“ zu einem früheren Zeitpunkt zu erwerben; oder um M&A mit einem einzelnen Portfoliounternehmen für die „Transformation durch Transaktion“ zu erleichtern.

Eine moderne und flexible EPM-Lösung kann bei der Konsolidierung von Portfolios über mehrere Investitionshorizonte hinweghelfen, indem sie Treiber und Annahmen projiziert, einschließlich Inflation, Annahmen zu Mieteinnahmen, Finanzierungsannahmen und Abflüsse über die gesamte Lebensdauer der Investition.

Investoren

Investoren freuen sich über Feedback. Angesichts der Unsicherheit sind die Beziehungen zu den Investoren von größter Bedeutung. Häufige, strukturierte Kommunikation über Leistungskennzahlen und Gewinnmultiplikatoren sichern das Vertrauen der Investoren und die Stabilität der Investorenbeziehungen.

Für viele Private-Equity-Gesellschaften ist die Datenaufbereitung selbst dann noch mühsam und von manuellen Schritten und damit mehr potenziellen Fehlern geprägt, wenn die Berichterstattung über ein Portal veröffentlicht wird. Straffen, standardisieren und automatisieren sie die operativen Modelle jedoch, ist die Berichterstattung an die Investoren eine Perspektive aus den gleichen zugrunde liegenden Modellen und Szenarien, d. h. ein Auszug aus dem „Single Point of Truth“. Die Szenariomodellierung bietet Private-Equity-Gesellschaften die Möglichkeit, mit Unsicherheiten besser umzugehen, insbesondere in Krisenzeiten.

Dies ist der neueste und letzte Beitrag in unserer Reihe zum Thema „Krisenmanagement“ in FP&A-Bereich. Lesen Sie unsere früheren Beiträge hier und hier.