Der integrierte Planungsansatz beschreibt einen funktionsübergreifenden Prozess. Er stellt sicher, dass die Teilpläne aller Geschäftsbereiche eines Unternehmens zusammengeführt und aufeinander abgestimmt werden. Eine höhere Transparenz innerhalb des Unternehmens, höhere Relevanz und Qualität der Planungsergebnisse sowie eine gesteigerte Leistungsfähigkeit des Unternehmens durch mehr Agilität sind das Ergebnis. 

Der klassische Ansatz der Planung verläuft funktional gesteuert und linear. Von Finanzen über Absatzplanung bis hin zum Vertrieb – unterschiedliche Funktionen fließen in den Planungsprozess mit ein. Diese Funktionen bilden getrennte Gruppen mit wiederrum eigenen Prozessen, die meist nicht miteinander verbunden sind. Jeder Geschäftsbereich erstellt dabei bereichsinterne Pläne mit eigenen KPI’s. Teilweise werden sogar ganz unterschiedliche Systeme und Datenquellen zur Erstellung genutzt. Es existiert folglich keine einzige, zentralisierte Datenquelle.

Mehrere Planungsversionen und lange Planungszyklen sind das Ergebnis, da die verschiedenen Geschäftsbereiche isoliert voneinander planen. In der Folge wird viel Zeit dafür aufgewendet, die Zahlen wieder miteinander zu versöhnen.

Erhöhter Bedarf an besserer Abstimmung

Mit steigender Komplexität des Marktumfeldes und zunehmendem Wettbewerb wird ein dezentralisiertes Planungssystem zu einem immer größeren Problem. Ein aufeinander abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten stellt eine der größten, gegenwärtigen Herausforderungen des Controllings dar. Schließlich erstellen Finanzteams Budgets – und für Planungsteams dienen diese Informationen als Basis ihrer Arbeit. Designteams spüren neue Trends auf und Vertriebsteams streben danach, die sich entwickelnden Bedürfnisse ihrer Kunden und Partner zu erfüllen.

In vielen Unternehmen liegen wichtige Informationen oft in Silos vor und die unterschiedlichen Geschäftsbereiche agieren losgelöst voneinander. Im Ergebnis können Wachstumsziele nur vage in Angriff genommen werden und neue Chancen und etwaige Risiken bleiben unerkannt oder ungenutzt.

Bessere Ausrichtung an den Unternehmenszielen

Eine integrierte Planung gewährleistet die Ausrichtung an den wichtigsten Zielen eines Unternehmens. Sie sorgt dafür, dass alle Funktionen aufeinander abgestimmt sind und so schnell und effizient wie möglich arbeiten können. Dafür bedarf es einer guten Vorausplanung, klaren Rollenverteilungen und Verantwortlichkeiten als auch einen koordinierten Zeitplan.

So kann sich ein integrierter Planungsansatz zum Beispiel an folgenden Unternehmenszielen ausrichten:

  • Planung von Wachstumskategorien
  • Stoßrichtung der Innovationsentwicklungen
  • Nutzung digitaler Kanäle
  • Erreichung der Liquiditätsziele
  • Erreichung der Margenziele

Vorteile einer integrierten Planung

Im Gegensatz zur klassischen Planung ist die integrierte Planung:

  • iterativ und nicht linear: Anstatt auf die Übergabe zwischen den Teams zu warten, fließen die unterschiedlichen Sichtwiesen vonEntscheidern im Unternehmen zusammen, um den Plan kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verfeinern.
  • kollaborativ und nicht isoliert: Anstatt voneinander isoliert die verschiedene Teile des Plans zu gestalten, kommen funktionsübergreifende Gruppen zusammen, um Informationen auszutauschen und gemeinsam wichtige Entscheidungen zu treffen.
  • abgestimmt und nicht inkonsistent: Es besteht keine Notwendigkeit, die von einer Gruppe bereitgestellten Zahlen für eine andere Gruppe aufzubereiten, da Schlüsselkennzahlen, die auf gemeinsamen Definitionen beruhen und einer gemeinsamen Datenquelle entspringen, über alle Planungsgruppen hinweg abgestimmt sind.
  • strategisch und nicht reaktionär: Pläne und Entscheidungen werden auf der Grundlage des Gesamtbildes erstellt und unterstützen die mittel- und langfristige Unternehmensstrategie unter Einbeziehung von Informationen aus dem gesamten Unternehmen.

Die integrierte Planung bringt alle Geschäftsbereiche im Planungsmodell und -prozess zusammen und zeigt Treiber und Abhängigkeiten des Planungsergebnisses auf. Dadurch ermöglich sie auch die Analyse von „Was wäre wenn“-Szenarien und eine schnellere Reaktionsfähigkeit auf veränderte Marktbedingungen und Kundenwünsche. Sie ermöglicht es allen Unternehmensbereichen gemeinsam auf eine Strategie hinzuarbeiten, die sich an den Unternehmenszielen orientiert und dabei flexible auf neue Chancen und Risiken einzugehen.

In einem unserer nächsten Blogbeiträge „5 Faktoren für den Erfolg integrierter Planung“ erfahren Sie, welche Faktoren erfolgsentscheidend für Ihren integrierten Planungsprozess sind.