{"id":118416,"date":"2023-05-15T10:05:23","date_gmt":"2023-05-15T08:05:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jedox.com\/?p=118416"},"modified":"2025-08-07T13:51:11","modified_gmt":"2025-08-07T11:51:11","slug":"fuehrung-im-zeitalter-von-ki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/blog\/fuehrung-im-zeitalter-von-ki\/","title":{"rendered":"F\u00fchrungsqualit\u00e4ten im Zeitalter allgegenw\u00e4rtiger KI\u00a0"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jedox CTO, Vladislav Mali\u010devi\u0107, \u00fcber eine neue Denkweise und einen neuen Ansatz<\/strong><\/p>\n<p>Anfang des Jahres 2023 haben sich F\u00fchrungskr\u00e4fte der Technologiebranche und renommierte KI-Forscher \u2013 darunter Elon Musk, Steve Wozniak, Danielle Allen vom Center for Ethics der Harvard University und der KI-Pionier\u202fYoshua Bengio\u202f\u2013 mit einem offenen Brief<sup><a href=\"#footnote1\" rel=\"footnote\">1<\/a><\/sup> an die Gesch\u00e4ftswelt gewandt: Sie fordern eine Pause beim Trainieren von KI-Systemen, die leistungsf\u00e4higer als GPT-4 sind. Es sei ein KI-Entwicklungsmoratorium von mindestens sechs Monaten notwendig, um Sicherheitsstandards f\u00fcr die Entwicklung von KI festzulegen und m\u00f6gliche Sch\u00e4den durch KI-Technologien abzuwenden. In diesem Zusammenhang forderten EU-Gesetzgeber ein globales Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs, um dar\u00fcber zu entscheiden, wie in Zukunft mit der Entwicklung fortschrittlicher Tools wie ChatGPT umgegangen werden soll. Zus\u00e4tzlich sollen Unternehmen dazu verpflichtet werden, urheberrechtlich gesch\u00fctztes Material, das zum Training ihrer KI-Systeme verwendet wurde, offenzulegen. Das sieht jedenfalls der j\u00fcngste Entwurf der KI-Verordnung vor, ein EU-Abkommen, das m\u00f6glicherweise die ersten umfassenden Gesetze zur Regulierung dieser Technologie auf den Weg bringt.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit werden Gegenstimmen laut, etwa die von Bill Gates. Er ist der Meinung, dass eine solche Pause nicht umzusetzen sei \u2013 und dass KI-Technologien schlie\u00dflich auch eingesetzt werden k\u00f6nnten, um gesellschaftlichen Missst\u00e4nden entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Angesichts der Allgegenw\u00e4rtigkeit von KI bleibt eine Frage offen: Ist sie der Beginn eines neuen Zeitalters oder eher ein Vorbote der nahenden Apokalypse? Gibt es \u00fcberhaupt eine einfache L\u00f6sung f\u00fcr ein Leben mit KI?<\/p>\n<h2>KI als Renaissance und nicht als Plage<\/h2>\n<p>KI gibt es nicht erst seit gestern. Aber angesichts der fortgeschrittenen Rechenleistung und dem weiterhin g\u00fcltigen Mooreschen Gesetz glaube ich, dass wir uns am Anfang einer KI-Renaissance befinden. \u00c4hnlich wie das Internet wird auch die generative KI immer beliebter und zug\u00e4nglicher. Das Ergebnis sind transformative Werkzeuge wie ChatGPT und dessen Wettbewerber. ChatGPT kann nicht nur von Reichen und Privilegierten genutzt werden \u2013 jeder, der einen Internetanschluss<sup><a href=\"#footnote2\" rel=\"footnote\">2<\/a><\/sup> hat, kann darauf zugreifen.<\/p>\n<p>Mit KI werden wir unvorstellbare Dinge erschaffen und das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich machen. Genau in dieser Minute k\u00f6nnte irgendwo auf der Welt ein 19-J\u00e4hriger mit seinem Laptop sitzen, ein technologisches \u00c4quivalent zur David-Statue schaffen und der n\u00e4chste Michelangelo der KI sein. Doch oftmals geht der kreative Prozess auch mit destruktiven Aspekten einher \u2013 das ist mir und anderen F\u00fchrungskr\u00e4ften in der Technologiebranche durchaus bewusst. Ebenso, dass KI unter Umst\u00e4nden missbr\u00e4uchlich eingesetzt wird. Das \u00e4ndert jedoch nichts daran, dass in unserer heutigen Zeit unglaubliche Dinge geschaffen werden. Einige davon sind sch\u00f6n, andere nicht. Wie auch der Mensch ist die KI ein Teil dieser Welt und entwickelt sich mit ihr. Die entscheidende Frage ist: Wie k\u00f6nnen wir sie auf sichere Weise annehmen, erforschen und zu unserem Vorteil nutzen?<\/p>\n<h2>KI als Freund und nicht als Feind<\/h2>\n<p>Die KI an sich ist weder gut noch schlecht \u2013 sie existiert einfach. Der Mensch und die KI bilden eine symbiotische Einheit. Man kann sich KI wie ein Exoskelett vorstellen: Es bewegt sich mit Ihnen, unterst\u00fctzt und sch\u00fctzt Sie. Ohne Sie hat eine KI aber keinen Zweck und keine Funktion. Mit anderen Worten: KI ist das ultimative Werkzeug in Ihrem Werkzeugkasten. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen Sie sich vorab \u00fcber die M\u00f6glichkeiten und Grenzen informieren, um dieses \u201eTool\u201c richtig einzusetzen.<\/p>\n<p>Der Mensch sollte der KI immer \u00fcberlegen sein. Um ihr volles Potenzial zu entfalten, m\u00fcssen Systeme auf Basis von KI immer von Menschen gesteuert werden. Vielleicht k\u00f6nnen wir die Ergebnisse von ChatGPT eines Tages einfach so \u00fcbernehmen. Aber bis es soweit ist, m\u00fcssen wir sie analysieren, \u00fcberpr\u00fcfen und kontinuierlich daraus lernen.<\/p>\n<h2>Kritische, aber offene Haltung gegen\u00fcber KI<\/h2>\n<p>Wir m\u00fcssen KI mit einer kritischen, aber offenen Haltung begegnen. Da sie nicht mehr wegzudenken ist, bringt es nichts, sie und ihren potenziellen Nutzen einfach zu ignorieren. Das wiederum erfordert eine bestimmte Denkweise, die ich als Wachstumsmentalit\u00e4t bezeichne. Sie zeichnet sich durch Urteilsverm\u00f6gen aus und nicht durch Ablehnung aufgrund einer festgefahrenen Denkweise. Im Umgang mit KI, wie auch sonst im Leben, ist es wichtig, zu erforschen, zu hinterfragen, zu \u00fcberpr\u00fcfen und Ergebnisse zu akzeptieren oder zu verwerfen. Das ist dem abweisenden Ansatz, bei dem man die Realit\u00e4t ignoriert, sich aus ihr zur\u00fcckzieht oder sie leugnet, weit \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>Doch das ist einfacher gesagt als getan. Leider neigen wir dazu, Dinge einfach so hinzunehmen, weil das einfacher ist als eine gr\u00fcndliche Untersuchung. Au\u00dferdem tendieren wir dazu, Informationen zu verwerfen, die nicht mit unseren \u00dcberzeugungen \u00fcbereinstimmen. Dabei d\u00fcrfen wir nicht vergessen, dass wir auch f\u00fcr unser Denken, F\u00fchlen, Handeln und Verhalten gegen\u00fcber der Technologie und anderen Menschen verantwortlich sind. Vielleicht leitet die KI eine neue Phase der menschlichen Evolution ein, in der die KI grundlegende menschliche Eigenschaften wie Empathie und kritisches Denken zwar nicht ersetzen, aber erweitern kann. Zeit ist unsere wertvollste Ressource. Und es ist allgemein bekannt, dass wir mithilfe von KI unsere Produktivit\u00e4t erheblich steigern k\u00f6nnen. Es liegt an uns, ob wir dem Einsatz und der Erforschung von KI offen oder kritisch und ablehnend gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<div class=\"video-shortcode\"><iframe title=\"Finanzplanungssoftware: Der Weg zur KI-Innovation\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/919150991?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"1440\" height=\"810\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write\"><\/iframe><\/div>\n<h2>KI als Bereicherung<\/h2>\n<p>Basistechnologien gibt es bereits. Unsere grundlegenden technologischen \u201eBed\u00fcrfnisse\u201c wurden also erf\u00fcllt. Was kommt als n\u00e4chstes? Da wir heute \u00fcber die n\u00f6tige Rechenleistung verf\u00fcgen, um KI in gro\u00dfem Ma\u00dfstab einzusetzen, er\u00f6ffnet die generative KI eine v\u00f6llig neue technologische Dimension. Die von ihr gesammelten Daten sind eine riesige Menge an Artefakten der menschlichen Geschichte. Jetzt, da wir alle problemlos mit der KI interagieren k\u00f6nnen, h\u00e4lt sie uns einen Spiegel vor und l\u00e4sst uns in einem neuen Licht dastehen. Wird uns das, was wir sehen, gefallen?<\/p>\n<p>Der Mensch hat sich schon immer mit Technik besch\u00e4ftigt. Da die KI nun in der Lage ist, mit uns zu interagieren und uns zu erforschen, k\u00f6nnen wir uns selbst durch die \u201eAugen\u201c einer Maschine auf ganz neue und verbl\u00fcffende Weise betrachten. Angesichts der Allgegenw\u00e4rtigkeit der KI glaube ich, dass wir unsere menschlichen Eigenschaften, die uns einzigartig und unverwechselbar machen \u2013 sei es Kreativit\u00e4t, Integrit\u00e4t, Empathie oder kritisches Denken\u202f\u2013 noch besser kennenlernen werden.<\/p>\n<h2>Ist KI vorurteilsbehafteter als wir?<\/h2>\n<p>Wir alle haben Vorurteile. Zu oft wurde die Geschichte von den Siegern und nicht von den Besiegten geschrieben, von den Reichen und nicht von den Armen gepr\u00e4gt und spiegelte die Ansichten und W\u00fcnsche weniger Privilegierter wider, statt der breiten Bev\u00f6lkerung. Dass Menschen von Natur aus voreingenommen sind, ist nichts Neues. Denken wir einen Schritt weiter, ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Daten, mit denen wir die KI f\u00fcttern, subjektiv gef\u00e4rbt sind \u2013 und zwangsl\u00e4ufig auch die von ihr daraus erstellten Vorhersagen und Analysen.<\/p>\n<p>Wenn wir wollen, dass die KI unvoreingenommen ist, m\u00fcssen wir ihr alle Daten zur Verf\u00fcgung stellen, nicht nur sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hlte Bruchst\u00fccke. Werden Maschinen mit unvollst\u00e4ndigen Informationen gef\u00fcttert, kann Ungleichheit sogar noch verst\u00e4rkt werden. Technologie muss im Einklang mit unseren Unternehmenswerten eingesetzt werden. Diese Werte m\u00fcssen wir in unsere Arbeit einflie\u00dfen lassen \u2013 nur so k\u00f6nnen wir einen wirtschaftlichen Mehrwert schaffen.<\/p>\n<p>Als F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten wir uns folgende Fragen stellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Welche Werte sind uns als Unternehmen, als Team und jedem Einzelnen wichtig?<\/li>\n<li>Was bedeuten unsere Werte f\u00fcr die Tools und Technologien, die wir zur Unterst\u00fctzung unserer Teams und zur F\u00f6rderung von Wachstum und Innovation einsetzen?<\/li>\n<li>Wie sehe ich als F\u00fchrungskraft die Welt?<\/li>\n<li>Wie werde ich mir meiner eigenen Voreingenommenheit bewusst?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dass KI unter Umst\u00e4nden voreingenommene Ergebnisse liefert, macht sie nicht gleich unbrauchbar. Wir m\u00fcssen uns jedoch dar\u00fcber im Klaren sein, inwieweit KI Vorurteile widerspiegelt oder verst\u00e4rkt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir m\u00fcssen unseren Teams die Zeit, die Ressourcen und den Raum geben, sich zu anpassungsf\u00e4higeren Pers\u00f6nlichkeiten zu entwickeln. Von dieser Investition profitieren unsere Mitarbeitenden, wir selbst und unsere Unternehmen.\u201c<\/p>\n<p>\u2013 Vladislav Mali\u010devi\u0107, CTO, Jedox GmbH<\/p><\/blockquote>\n<h2>Drei F\u00fchrungsqualit\u00e4ten im Zeitalter von KI<\/h2>\n<p>Als F\u00fchrungskraft ist es nicht nur unsere Aufgabe, Unternehmen aufzubauen, weiterzuentwickeln und zu leiten. Wir sollten unsere Mitarbeitenden dazu inspirieren, die beste Version ihrer selbst zu sein \u2013 professionell und menschlich. Es liegt an uns, offen f\u00fcr Technologien wie KI zu sein, um das Unternehmenswachstum voranzutreiben, die Effizienz zu steigern und Innovationen zu f\u00f6rdern. Da die M\u00f6glichkeiten der KI zunehmend die F\u00e4higkeiten unserer Teams erweitern und sich auch auf deren Aufgaben und Verantwortlichkeiten auswirken, wird sie in gewisser Weise zu einem Teil des Teams, das wir leiten.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt, dass in der heutigen Zeit, in der die Menschen zunehmend von fortschrittlichen Technologien wie KI umgeben sind und von ihnen beeinflusst werden, eine authentische F\u00fchrung am besten funktioniert und angenommen wird. Es reicht nicht aus, nur \u00fcber Werte zu sprechen \u2013 als F\u00fchrungskraft m\u00fcssen wir diese Werte in unseren Worten, Taten und unserem Verhalten ausdr\u00fccken und vorleben. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich sind drei F\u00fchrungseigenschaften besonders wichtig, um Unternehmen in einer Welt zu f\u00fchren, in der Mitarbeiter, Kunden und Verbraucher KI einsetzen und zu ihrem Vorteil nutzen.<\/p>\n<h3>F\u00fchrungsqualit\u00e4t #1: Anpassungsf\u00e4higkeit<\/h3>\n<p>Unter Anpassungsf\u00e4higkeit versteht man die F\u00e4higkeit, mit Ver\u00e4nderungen umzugehen. Wir m\u00fcssen uns von der Erwartung verabschieden, dass es irgendwann weniger St\u00f6rungen geben wird, dass Probleme leichter zu bew\u00e4ltigen sein werden\u00a0oder einfach verschwinden. Erwartungen sind immer ein Versuch, Dinge (oder Menschen) zu kontrollieren, \u00fcber die wir nur wenig oder keine Kontrolle haben. \u201eSei auf alles vorbereitet\u201c \u2013 ein Satz, den wir schon tausendmal geh\u00f6rt haben. Ihn zu verinnerlichen und zu lernen, gelassen auf Unerwartetes zu reagieren, erfordert harte Arbeit, Reflexion, einen offenen Geist und Mut. Denn \u201edas Unerwartete\u201c kann be\u00e4ngstigend sein.<\/p>\n<p>Eine anpassungsf\u00e4hige F\u00fchrungskraft zu sein bedeutet, ein anpassungsf\u00e4higer Mensch zu sein. Wir m\u00fcssen an uns selbst arbeiten, um f\u00fcr unsere Stakeholder \u2013 unsere Teams, den Vorstand, die Investoren und Kunden \u2013 ein echtes Vorbild zu sein. Anderen bei der Bew\u00e4ltigung des Wandels und der damit einhergehenden Umw\u00e4lzungen im Unternehmen zu helfen, ist eine wichtige und wertvolle Aufgabe. Wir sind gezwungen, neue Rollen einzunehmen, neue Technologien wie KI zu auszuprobieren und jeden Tag unsere Komfortzone zu verlassen. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir unseren Teams die Zeit, die Ressourcen und den Raum geben, sich zu anpassungsf\u00e4higeren Pers\u00f6nlichkeiten zu entwickeln. Davon profitieren unsere Mitarbeiter, wir selbst und unser Unternehmen.<\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel f\u00fcr Anpassungsf\u00e4higkeit ist die neue <a href=\"https:\/\/www.jedox.com\/de\/blog\/ibp-chatgpt\/\">ChatGPT-Integration<\/a>, die einer unserer Teamleiter hier bei Jedox entwickelt hat. Mit diesem Modell k\u00f6nnen Nutzer ChatGPT verwenden, ohne daf\u00fcr die Jedox-Umgebung verlassen zu m\u00fcssen.\u202fUnser Kollege hat das Integrationsmodell entwickelt, als ihm bewusst wurde, was mit ChatGPT alles m\u00f6glich ist. Kurz darauf haben wir die Funktion live geschaltet.<\/p>\n<h3>F\u00fchrungsqualit\u00e4t #2: Wachstumsmentalit\u00e4t<\/h3>\n<p>Carol Dweck, Motivationsforscherin und Autorin, spricht in ihrem TED-Talk, der \u00fcber 14 Millionen Mal aufgerufen wurde, \u00fcber den Unterschied zwischen einem \u201eFixed Mindset\u201c und einem \u201eGrowth Mindset\u201c. Sie st\u00fctzt sich dabei auf die Schlussfolgerungen einer Studie der Harvard Business School (HBS). Diese beschreibt ein \u201eGrowth Mindset\u201c als Glauben an die eigene Lernf\u00e4higkeit, also dass F\u00e4higkeiten und Talente ausbauf\u00e4hig sind. Jemand mit einem \u201eFixed Mindset\u201c hingegen ist davon \u00fcberzeugt, dass Intelligenz und andere F\u00e4higkeiten feststehende Qualit\u00e4ten sind, die nicht ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neue Technologien wie KI oder ChatGPT l\u00f6sen grunds\u00e4tzlich Unbehagen aus. Evolutionsbedingt sucht unser Gehirn Sicherheit und Komfort, Koh\u00e4renz und Vertrautheit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir neuen Technologien oft ablehnend oder skeptisch gegen\u00fcberstehen. Es liegt in unserer Natur, uns gegen Ver\u00e4nderungen zu wehren \u2013 vor allem, wenn wir diese als Bedrohung wahrnehmen. Was k\u00f6nnen wir dagegen tun? Wir m\u00fcssen uns neu programmieren und unseren angeborenen Widerstand gegen Ver\u00e4nderungen \u00fcberwinden. Wir m\u00fcssen lernen, optimistisch in die Zukunft zu blicken. So entsteht eine Wachstumsmentalit\u00e4t: eine Haltung, die sich durch Lern- und Verbesserungsbereitschaft auszeichnet. Wachstumsmentalit\u00e4t ist einer unserer wichtigsten Werte bei Jedox.<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrungskraft, die von ihrem Team eine Wachstumsmentalit\u00e4t w\u00fcnscht und erwartet, muss vor allem f\u00fcr psychologische Sicherheit in ihrem Team sorgen. Dieses muss sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass es nicht bestraft wird, wenn es etwas Neues ausprobiert und scheitert. Wir m\u00fcssen unsere Teams ermutigen, bestehende Prozesse und den Status quo zu hinterfragen, zu \u00fcberdenken und zu durchbrechen, ohne dabei die Bed\u00fcrfnisse der Teammitglieder und Kunden zu vernachl\u00e4ssigen. Als F\u00fchrungskraft liegt es in unserer Verantwortung, psychologische Sicherheit zu f\u00f6rdern. Denn ein psychologisch sicheres Arbeitsumfeld entsteht nicht von selbst.<\/p>\n<p>Wie mein Kollege und Jedox CMO Kevin Alansky oft zu sagen pflegt: \u201ePerfektionismus ist der Feind des Guten.\u201c Perfektionismus ist eine Illusion und stark subjektiv gepr\u00e4gt. Er sollte nicht das Ziel sein. Nat\u00fcrlich ist es uns als F\u00fchrungskraft wichtig, dass unser Team gro\u00dfartige Arbeit leistet. Umso wichtiger ist es daher, Entwicklung und Wachstum zu f\u00f6rdern \u2013 nicht Perfektion. Eine Wachstumsmentalit\u00e4t f\u00f6rdern wir auch, indem wir mit gutem Beispiel vorangehen. Wir m\u00fcssen uns selbst die Zeit und den Raum geben, frei und ungezwungen nachzudenken und zu analysieren. Und unseren Teams zu verstehen geben, dass alle Stimmen und Meinungen geh\u00f6rt werden,\u00a0nicht nur die der Vorgesetzten oder Durchsetzungsf\u00e4higsten. Und schlie\u00dflich m\u00fcssen wir unsere Teams sowohl in Hard- als auch in Softskills weiterbilden. Dazu brauchen wir die Unterst\u00fctzung der F\u00fchrungsebene.<\/p>\n<h3>F\u00fchrungsqualit\u00e4t #3: Neugierde<\/h3>\n<p>Wenn wir der KI jemals vertrauen wollen, m\u00fcssen wir sie \u201ekennenlernen\u201c. Wir m\u00fcssen uns erlauben, neugierig zu sein und uns darauf einzulassen. Neugierig zu sein hei\u00dft nicht, der KI blind zu vertrauen. Es bedeutet, ihre M\u00f6glichkeiten zu erforschen und mit diesen zu experimentieren. Stellen Sie ChatGPT eine Frage. Chatten Sie mit einem Chatbot. Und wenn sie dabei sind, dann stellen Sie sich folgenden Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>In welchem Bereich kann mich KI unterst\u00fctzen?<\/li>\n<li>Wie kann sie mein Team entlasten?<\/li>\n<li>Wir k\u00f6nnte sich ihr Einsatz auf meinen Beruf oder meine Branche auswirken?<\/li>\n<li>Wie nutzt sie der Konkurrenz?<\/li>\n<li>Auf was muss ich achten?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir m\u00fcssen KI gewisserma\u00dfen willkommen hei\u00dfen, selbst wenn wir sie bedrohlich finden. Wichtig ist auch der Dialog mit unseren Teams. Was denken sie dar\u00fcber und wie f\u00fchlen sie sich dabei? Wie nutzen sie KI? Was glauben sie, wie sich KI auf ihr Leben und ihre Arbeit auswirken k\u00f6nnte? Vielen ist das Thema KI nicht ganz geheuer. Umso wichtiger ist es, unseren Teams zu signalisieren, dass sie offen \u00fcber ihre Sorgen und \u00c4ngste sprechen k\u00f6nnen, ohne mit negativen Konsequenzen rechnen zu m\u00fcssen. So schaffen wir einen sicheren Rahmen, in dem sich die Teammitglieder wohl f\u00fchlen und offen \u00fcber ihre Gedanken und Gef\u00fchle sprechen k\u00f6nnen. Ist jemand aus ihrem Team ganz begeistert von KI, dann ermutigen sie ihn oder sie, dieser Begeisterung zu folgen und sich auf dem Gebiet weiterzubilden.<\/p>\n<p>Wenden Sie sich auch an Technologieexperten, z\u202fB. an Gesch\u00e4ftspartner aus entsprechenden Branchen. Sprechen Sie mit ihnen insbesondere \u00fcber KI-Technologien, die sie bereits ins Auge gefasst haben. Fragen Sie Menschen wie mir L\u00f6cher in den Bauch. Wenn man erkennt und akzeptiert, dass mit KI unglaublich viel erreicht werden kann, kommen die Einsicht und die richtigen Fragen von selbst.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>KI ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. ChatGPT hat der Welt auf frappierende Weise vor Augen gef\u00fchrt, wie ausgereift und allgegenw\u00e4rtig KI mittlerweile ist. Anpassungsf\u00e4hige F\u00fchrungskr\u00e4fte, die KI mit Neugier und einer Wachstumsmentalit\u00e4t begegnen, sind besser aufgestellt, um ihr Unternehmen in einer Arbeitswelt zu f\u00fchren, in der Mitarbeiter, Kunden und Verbraucher KI zunehmend nutzen, um ihr volles Potenzial zu entfalten.<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p><small><em>1 Future of Life Institute, <a id=\"footnote1\" href=\"https:\/\/futureoflife.org\/open-letter\/pause-giant-ai-experiments\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pause Giant AI Experiments: An Open Letter<\/a>, M\u00e4rz 2023<\/em><\/small><\/p>\n<p><small><em>2 ChatGPT, Conversation about who can use ChatGPT, Mai 2023<\/em><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese drei F\u00fchrungsqualit\u00e4ten sind umso wichtiger, je mehr sich Teams auf KI st\u00fctzen <\/p>\n","protected":false},"author":70,"featured_media":118427,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[11475],"tags":[],"class_list":["post-118416","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-thought-leadership-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118416","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/70"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118416"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118416\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/118427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118416"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=118416"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jedox.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=118416"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}