Zero-Base-Budgeting ist eine spezielle Praxis aus der Buchhaltung mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Sie zwingt einen Manager dazu, darüber nachzudenken, wie jeder Euro in jedem Budgetierungszeitraum ausgegeben wird. 

Ein detaillierter Ausgabenplan ist nach wie vor der schnellste Weg, um Ihre Finanzziele zu verwirklichen. Ganz allgemein lässt sich mithilfe eines Budgets festlegen, wohin jeder einzelne Euro im Monat fließen soll. Ein Budget gibt also die Freiheit, Geld auszugeben und Geld zu vermehren. Das Zero-Base-Budgeting stellt dabei eine Sonderform der Budgetierung dar.

Woher stammt das Konzept des Zero-Base-Budgeting?

Der US-amerikanische Manager Peter Pyhrr entwickelte das Zero-Base-Budgeting in den 1960er Jahren und nutze die Methode erfolgreich beim Technologieunternehmen Texas Instruments.

Die Besonderheit der Methode ist, dass alle Ausgaben für jede neue Periode begründet und genehmigt werden müssen. In den letzten Jahren erlebt diese Budgetierungstechnik einen neuen Aufschwung: Sie wurde von einigen Fortune-500-Unternehmen als auch Private Equity-Gesellschaften eingeführt.

Zero Based Thinking auf dem Vormarsch

Accenture Strategy veröffentlichte 2018 eine breit angelegte Studie zum Thema „Zero Based Thinking“.  Die Ergebnisse waren beeindruckend: unter den 85 größten, global tätigen Unternehmen der Welt wuchs die Methode des Zero-Base-Budgeting im Zeitraum von 2013 bis 2017 exponentiell mit einer Rate von 57 Prozent pro Jahr. Zu den Unternehmen gehören beispielsweise Kraft Heinz Co., Unilever PLC und Mondelez International Inc.

Als Hauptgrund für die Nutzung des Zero-Base-Budgeting gaben 96 Prozent der Unternehmen an, mit der Methode Ihre Profitabilität zu verbessern. 48 Prozent fühlten sich dabei beeinflusst durch Wettbewerber und 40 Prozent nannten das langsame Wachstum als Katalysator für die Wahl der Budgetierungsmethode.

Jede Periode startet von Null

Bei der traditionellen Budgetierung dient für ein Unternehmen das Budget der Vorperiode als Ausgangspunkt. Darauf wird dann aufgebaut. Das hat zur Folge, dass

  1. jedes neue Budget im Vergleich zum Vorperiode peu à peu ansteigt und
  2. Unternehmen nur neue Ausgaben rechtfertigen müssen.

Der größte Unterschied des Zero-Base-Budgeting im Vergleich zur traditionellen Budgetierungsmethode besteht darin, dass das Budget für jede neue Periode „von Null“ erstellt wird. Jeder Aufwand muss folglich begründet werden, bevor er in das Budget mitaufgenommen wird – und das gilt ebenso für ursprüngliche und wiederkehrende Ausgaben.

Vor- und Nachteile genau abwägen

Die größten Vorteile des Zero-Base-Budgeting ergeben sich aus den flexiblen Budgets, den fokussierten Abläufen und der disziplinierteren Ausführung. Auch die Kosten lassen sich so relativ niedrig halten.

Ein besonderer Nachteil ergibt sich aus der Möglichkeit der Ressourcenintensität. Auch besteht die Gefahr der Budgetmanipulation durch versierte Manager und das Ausrichten auf eine zu kurzfristige Planung.

Im Ergebnis muss jedes Unternehmen für sich selbst abwägen, ob die Budgetierungsmethode des Zero-Base-Budgeting für die eigenen Zwecke geeignet ist.