Diese Woche freuen wir uns über einen weiteren Beitrag des Finanzexperten Anders Liu-Lindberg im Jedox-Blog. Hier beschreibt er, wie Wertschöpfung im Kontext des Business Partnerings zu definieren ist und gibt Antworten darauf, wie Sie diese Wertschöpfung messbar machen. 

Jede Business-Partner-Initiative sollte mit der Beantwortung dieser einfachen Fragen beginnen: Warum sollten wir in eine Zusammenarbeit investieren? Und: Warum sollten Sie einen Business Partner am Tisch haben wollen, wenn kritische Geschäftsentscheidungen zu treffen sind?

Für uns ist die Antwort einfach. Gute Partner ermöglichen eine höhere Wertschöpfung für die Aktionäre, indem sie die Qualität der Entscheidungen im Unternehmen verbessern und sicherstellen, dass die Entscheidungen in die richtigen Taten übersetzt werden. Die „Superkraft“ von Business Partnern besteht darin, dass wir verstehen, wie sich verschiedene Entscheidungen auf die Wertschöpfung im Unternehmen auswirken. Andere Abteilungen tendieren dazu, andere Ziele zu verfolgen, die nicht unbedingt den Ertrag für die Aktionäre maximieren. Indem wir Einsichten bieten und die finanziellen Konsequenzen konstruktiv hinterfragen, können wir die Qualität von Geschäftsentscheidungen verbessern.

Die Motivation jedes Business Partners sollte deshalb die Verbesserung der Wertschöpfung im Unternehmen sein.

Einigen wir uns auf eine Definition von Wertschöpfung

Was ist hier mit Wertschöpfung gemeint? Während viele Menschen darüber sprechen, machen sich nur wenige tatsächlich die Mühe, genau zu definieren, was Wertschöpfung ist. Viele setzen Wertschöpfung mit einem besseren Endergebnis gleich, doch als Finanzexperten wissen wir, dass Bilanz, Cashflow und Risiko genauso wichtig sind wie das Endergebnis. Das ist auch der Grund, warum unsere Definition von Wertschöpfung weiter gefasst ist als die vieler anderer Funktionen. Wir haben sie im untenstehenden Werttreiberbaum ausführlich dargelegt.

Kpi Tree Anders Liu Lindberg

Wie Sie sehen können, besteht die Wertschöpfungskette aus vielen Komponenten, aber vereinfacht ausgedrückt haben wir sie als „discounted cash flows to equity owners“ definiert. Hieraus spezifizieren wir zehn verschiedene Werttreiber.

  1. Wachstum des Umsatzes
  2. Wachstum der Margen
  3. Steuer
  4. Nettoumlaufvermögen
  5. Anlagevermögen
  6. Nettozinssatz
  7. Verzinsliche Nettoschulden
  8. Operatives Risiko
  9. Liquiditätsrisiko
  10. Finanzielles Risiko

Jeder dieser Werttreiber existiert in allen Unternehmen, auch wenn die weitere Aufschlüsselung anders aussehen könnte und verschiedene Teams möglicherweise nur mit einigen der Werttreiber arbeiten.

Als Business Partner schaffen Sie Wert, wenn Sie dazu beitragen können, den Zeiger bei einem dieser 10 Werttreiber zu bewegen. Sie sollten sich ständig fragen: Verbessere ich mit dem, woran ich arbeite, den Werttreiber? Lautet die Antwort Nein, widmen Sie sich vermutlich nicht den richtigen Aufgaben.

Wie Sie messen können, ob Sie wertstiftende Aufgaben verfolgen

Viele erachten das Messen Ihres Einflusses als Business Partner als herausfordernd, da hauptsächlich durch die verbesserte Zusammenarbeit mit anderen eine Wirkung erreicht wird.

Einfach ausgedrückt, gibt es drei Möglichkeiten, wie Sie Ihre Wirkung dokumentieren können:

  • Die Geschäftsergebnisse verbessern sich
  • Stakeholder glauben, dass Sie zu den verbesserten Ergebnissen beigetragen haben
  • Durch die Lösung spezifischer Probleme oder die Bereitstellung spezifischer Erkenntnisse haben Sie verbesserte Verhaltens- und finanzielle Veränderungen festgestellt

Gute Business Partner verfolgen konsequent alle drei Parameter und sind an stetiger Verbesserung interessiert.

Ein globales Pharmaunternehmen ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat ein Wertprotokoll eingeführt, um den positiven Beitrag des Finanzteams zu verfolgen. Das Jahresziel: 150 Mio. USD. Der Zweck des Protokolls besteht dabei nicht darin, „Erfolg zu beanspruchen“, sondern ein Verhalten zu fördern, bei dem sich alle Mitarbeiter des Finanzbereichs aktiv bewusst sind, wie sie zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen.

Wie viele Entscheidungen haben sie im vergangenen Jahr positiv beeinflusst?

Mit Blick auf das vergangene Jahr stellen sich folgende Fragen:

  • Haben Sie dafür gesorgt, dass Entscheidungen qualifizierter getroffen wurden und sie damit wahrscheinlich verbessert?
  • Hat man Sie von Anfang an in den Entscheidungsprozess einbezogen oder nur gebeten, bereits getroffene Entscheidungen zu validieren?
  • Was haben Stakeholder dabei über Sie gesagt?

Wirkung zu erzielen ist das A und O für Business Partner, daher hoffen wir, dass Sie auf Ihrem Weg gut vorangekommen sind. Falls nicht, ist es jetzt an der Zeit, anzufangen. Erfahren Sie hier mehr über Business Partnering und darüber, wie Sie mit dem eBook von BPI und Anders Liu-Lindberg die Zukunft von FP&A einläuten und die richtigen strategischen Entscheidungen im Unternehmen vorantreiben.