Ich freue mich immer wieder über die Frage: „Was glauben Sie, was die größten, wichtigsten und einflussreichsten Trends im Finanzbereich im kommenden Jahr sein werden?“ Das ist die Gelegenheit, mich an all die Gespräche, die ich mit CFOs an verschiedenen Orten geführt und an alle Unternehmen, mit denen ich in den vergangenen zwölf Monaten zusammengearbeitet habe, zu erinnern – und daraus die Top-Technologietrends für das Controlling des Jahres 2019 herauszufiltern.

1. Controlling-Trend: Predictive Analytics

Das Fortschreiten von der deskriptiven über die diagnostische zur prädiktiven Analytik wird sich weiter beschleunigen. Denn die verfügbaren Tools entwickeln sich weiter. Sie ermöglichen es uns, unseren Kunden, Projektbeteiligten und Ansprechpartnern in den Fachbereichen das zu bieten, was für ihre Arbeit wirklich wertvoll ist – Erkenntnisse – und nicht nur Rückblicke.

Ich glaube, dass Best-in-Class Finanzsysteme in nicht allzu ferner Zukunft Funktionalität für Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning (ML), Natural Language Processing (NLP), Data Mining und Simulationsanalyse enthalten werden, um prädiktive Analysen zu erstellen und unseren Adressaten im gesamten Unternehmen aktuelle Prognosen zu liefern. Das hat auch den Vorteil, dass die Finanzfunktion sowohl ihre analytische Kompetenz als ihre Wertschöpfungskurve weiter steigern wird. Durch die Entwicklung und die Nutzung dieser Art von intellektueller Power wird der Finanzbereich zu Recht vom reinen Informationslieferanten zum Influencer werden und letztendlich die gesamte Geschäftsentwicklung beeinflussen.

Zu den Vorteilen von optimierter Predictive Analytics gehören die Entwicklung effizienterer Prozesse, Kostensenkungen, die verbesserte Entscheidungsfindung und die Möglichkeit, gezielte strategische Fragen zur Unternehmensleistung zu stellen und zu beantworten.

2. Controlling-Trend: Die Cloud

Die Cloud wird auch in Zukunft die Plattform der Wahl sein. Untersuchungen zeigen, dass 70 % aller Unternehmen heute mindestens eine Anwendung in der Cloud haben. Inzwischen hat eine große Umschichtung auf Software-as-a-Service (SaaS) stattgefunden. Das Betriebsmodell dominiert heute den Markt, weil es wegen seiner Flexibilität und Kosteneffizienz einfach zu attraktiv ist, um darauf zu verzichten. Unternehmen sind damit in der Lage, Anwendungen mit Echtzeit-Datenzugriff zu nutzen und alle internen und externen Ansprechpartner mit entsprechender Funktionalität zu unterstützen.

Schon in 2020 werden die IT-Ausgaben für die Cloud-Infrastruktur höher liegen als die Ausgaben für die On-Premise-Infrastruktur, wobei der Kostenaufwand für die vorhandenen stationären Systeme in der Regel eher gering ausfallen wird. Die Cloud-Plattform wird sich weiterentwickeln, um neue Technologien, neue Anforderungen sowie die explosive Entwicklung des IoT und von Echtzeit-Frontends zu unterstützen.

Die Vorteile der Cloud liegen auf der Hand: mehr Flexibilität bei der Einführung neuer Technologien für ständig sich ändernde Geschäftsanforderungen, einfache Zusammenarbeit und Datenaustausch zwischen Abteilungen und Partnern sowie mehr Rechenkapazität für die Datenspeicherung und -analyse – vor allem bei vielen eingebundenen Endgeräten.

3. Controlling-Trend: Dynamische Planung, Budgetierung und Forecasting

Der Schlüssel zu optimierter Planung und besserem Forecasting sind bessere Daten. Dabei bedeuten mehr Daten aber nicht automatisch auch bessere Daten. Das Masterdatenmanagement wird auch künftig erfolgskritisch für Unternehmen sein. Viele Unternehmen vertrauen bei der Planung und beim Forecasting nach wie vor auf Spreadsheets, die aber weder kollaborativ noch konsistent oder regelmäßig auf dem aktuellsten Stand sind.

Erfolgreiche Unternehmen profitieren durch fortgeschrittene Ansätze für dynamische Planung und Forecasts, die in das Reporting integriert sind, inklusive erweitertem Kosten- und Umsatz-Reporting, Rolling Forecast und treiberbasierte Planung. Cloud-basierte Plattformen, die sofort einsetzbare Funktionalität für Predictive Analytics als Basis für eine verbesserte Entscheidungsfindung bereitstellen, sind wesentliche Voraussetzungen für agilere und genauere Forecasts.

Ein gezielteres und genaueres Forecasting sorgt für eine bessere Budgetierung und Planung. Flexible Tools, die automatisierte Updates mit höherer Frequenz unterstützen, werden Unternehmen dabei eine stärker datengetriebene Planung und Budgetierung ermöglichen.

4. Controlling-Trend: Robotic Processing Automation (RPA)

Ich glaube, dass wir in 2019 eine explosionsartige Entwicklung und Verbreitung von RPA erleben werden. Während viele Menschen noch denken, dass RPA noch immer Science Fiction ist, habe ich die offensiven Wachstums- und Nutzungsraten dieser Technologie in der Praxis beobachtet.

Ich denke, dass ein Teil der Skepsis sich vor allem auf das enorm hohe Ausmaß an Veränderungen durch RPA bezieht. Ich bin davon überzeugt, dass alle regelbasierten und taktischen Aktivitäten des gesamten Finanzbereichs in naher Zukunft automatisiert werden.

Je mehr wir automatisieren, desto besser können wir auch KI und ML nutzen, um Trends zu identifizieren, die Menschen angesichts der Fülle der einbezogenen Daten unmöglich aufspüren könnten. Durch die Automatisierung werden wir in der Lage sein, die Einführung von NLP nicht nur im Finanzbereich, sondern im gesamten Unternehmen zu erleichtern.

Ich hoffe, dass meine Überlegungen zum Verständnis des echten Paradigmenwechsel und des derzeitigen Wandels im Controlling beitragen konnten. Veränderungen können oft schwierig und unbequem sein, aber ich glaube, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Ich bin davon überzeugt, dass der Finanzbereich mit den richtigen Mitarbeitern, Prozessen, Technologien und der richtigen Einstellung wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen kann.

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