Power BI erfreut sich großer Beliebtheit und ist neben den bekannten Anwendungen aus Microsoft Office wie Word, Excel und PowerPoint zu einem der Stars im Microsoft-Kosmos herangewachsen. Im Juli dieses Jahres feierte die Softwarelösung ihr Fünfjähriges und Microsoft wurde zum 13. Mal in Folge im Gartner 2020 Magic Quadrant für Analytics- und Business-Intelligence-Plattformen als führender Anbieter ausgezeichnet.

Wir haben mit Lutz Jannausch, Senior Partner Tech Manager bei Microsoft, über Entwicklungen in Business Intelligence, Datenvisualisierung und integrierten Planungslösungen gesprochen.

Herr Jannausch, stellen Sie sich doch kurz vor.

Mein Name ist Lutz Jannausch und ich verantworte bei Microsoft den Aufbau neuer Geschäftslösungen. Mein Team aus Lösungsarchitekten entwickelt mit Kunden, Beratungshäusern und Systemintegratoren Wachstumsstrategien und setzt diese neuen Geschäftsmodelle auf Microsoft’s Business Platform – zu der auch Power BI zählt – um.

Spreadsheets – Fluch oder Segen?

Nach wie vor nutzen sehr viele Unternehmen für ihre Planung die Spreadsheet-Lösung Excel. Nutzer schätzen dabei die Vielseitigkeit von Excel und die intuitive Bedienung, denn so gut wie jeder Office-Nutzer ist schon mit Excel vertraut. Dennoch ist für viele Planungsszenarien der Einsatz einer dedizierten Planungssoftware sinnvoll, die oft Vorteile wie automatisierbare Aufgaben der Datenbereitstellung und Zusammenfassung der Daten mit sich bringt. Unsere Kunden geben uns das Feedback, dass gerade das Zusammenspiel von Excel, der Planungssoftware von Jedox sowie Power BI für Reporting die größten Mehrwerte bringt.

Warum sind BI-Tools heute unersetzlich?

Für jedes mittlere und große Unternehmen, das die Digitalisierung nicht völlig verschlafen hat, gilt: Es stehen nicht nur Berge, sondern ganze Bergketten an Daten aus verschiedenen Abteilungen zur Verfügung. Wer auf die Aufbereitung und Weiternutzung dieser Daten verzichtet, lässt auch eine Menge Mehwert für das eigene Unternehmen liegen. Die Weiterverarbeitung über Excel ist dabei zwar möglich, aber ab einer bestimmten Menge an Daten schlichtweg nicht mehr praktikabel. Die Arbeitsstunden, die in ein solches Projekt fließen würden, wären nur schwer zu rechtfertigen. Hier kommen BI-Tools ins Spiel. Sie liefern die Werkzeuge, um Daten einfach aufzubereiten und durch Visualisierungen auch für Nicht-Zahlen-Nerds auf einen Blick zugänglich zu machen. Das erspart enorm viel Zeit und erlaubt einen schnellen Überblick der komplexen Zusammenhänge für alle Beteiligten.

Woher kommt der stark gestiegene Bedarf an Datenvisualisierung?

Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto unübersichtlicher wird es. In Visualisierungen können unendlich viele Daten sinnvoll zusammengefasst werden. Durch Darstellungsweisen wie Balken- oder Kuchendiagramme gewinnt man die verlorene Übersicht zurück und kann aus den visuell präsentierten Dateninformationen Handlungsempfehlungen ableiten. Zudem eignen sich Visualisierungen zur kompakten und optisch ansprechenden Darstellung von Sachverhalten, insbesondere für Berichte und Präsentationen. Das gilt für innerhalb und außerhalb des Unternehmens gleichermaßen.

Wieso ist es clever, eine Planungssoftware mit Power BI zu kombinieren?

Power BI eignet sich besonders für die Aufbereitung, Analyse und Visualisierung von Daten. Die umfangreichen Möglichkeiten, interaktive Dashboards zu erstellen, um Daten in Echtzeit visuell zugänglich zu machen, suchen ihresgleichen.  Die Planungssoftware behält den Fokus auf den Planungsfunktionalitäten, beispielsweise für Budgets und Forecasts. Es gibt hier einen enormen Bedarf, die Plandaten einer Vielzahl von Stakeholdern im Unternehmen verständlich zugänglich zu machen. Je enger sich verschiedene Lösungen kombinieren lassen, desto besser.

Warum ist die enge Verzahnung so wichtig?

Natürlich können Sie verschiedene Softwarelösungen getrennt voneinander nutzen. Dabei stellt sich allerdings eine elementare Frage: Wie kann die gemeinsame Datengrundlage stets aktuell in mehreren Systemen gleichzeitig für die verschiedenen Aufgaben in Abteilungen genutzt werden? Die Folgefragen und sich daraus offenbarenden Fallstricke bereiten Kopfzerbrechen. Bei einer nahtlos integrierten Lösung entgehen Sie sich der Herausforderung von Datensilos. Mit Microsoft Azure und der Microsoft Power Platform haben wir eine ideale Systemumgebung geschaffen, in der Softwarelösungen nahtlos ineinandergreifen. Das hat man bei Jedox früh erkannt. Der Anwender arbeitet in seiner gewohnten Umgebung und muss sich um das Drumherum keine Sorgen machen.

Was genau steckt hinter der Microsoft Power Platform?

Die Microsoft Power Platform ist mehr als die Summe ihrer Teile. Es geht darum, Anwendungen zu verknüpfen und den Datenaustausch zu vereinfachen – mit Office 365, Dynamics 365, Azure und Hunderten von anderen Anwendungen. Daraus entstehen End-to-End-Geschäftslösungen, die die agile Entwicklung durch einen Low-Code-Ansatz und die Adoption im Unternehmen beschleunigen. Zugleich geben sie praktisch jedem Anwender im Unternehmen die Möglichkeit, Workflows zu automatisieren und integrative Lösungen mit sofortiger Datenkonnektivität zu schaffen, die das Geschäft voranbringen. Sofort einsetzbare Anwendungen und Automatisierungen verschaffen Ihren Teams mehr Zeit für strategische Tätigkeiten. Auf dieser Plattform lassen sich übrigens auch ältere Systeme und Abläufe mit Intelligenz und Leichtigkeit modernisieren, und sie unterstützt Sie dabei, sich jederzeit rasch an neue Geschäftsanforderungen anzupassen. So sorgen Sie für maßgeschneiderte Abläufe und Prozesse, die Ihre Mitarbeiter motivieren und Ihre Agilität als gesamtes Unternehmen steigern.

Was bringt die Zukunft in Sachen Business Intelligence?

Es gibt einen starken Trend, Business Intelligence für jeden im Unternehmen zugänglich zu machen. Dadurch wird es allen Mitarbeitern in Ihrer Organisation ermöglicht, mithilfe von minutengenauen Analysen überzeugende Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus wird Business Intelligence durch die Integration von intelligenten Werkzeugen wie künstlicher Intelligenz für bessere Entscheidungen bzw. Vorhersagen sorgen. Zu guter Letzt sei hier noch das Thema Kundendatenplattform (CDP) erwähnt. Eine Kundendatenplattform ist die Lösung für das Problem der nicht verbundenen Kundendatensysteme und gilt weithin als der nächste Schritt in der Marketingtechnologie, um endlich die sehnlich erwartete 360-Grad-Kundensicht zu realisieren. Eine Kundendatenplattform ist unerlässlich, um das richtige Angebot für die richtige Person zur richtigen Zeit zu gewährleisten. Darüber hinaus können Sie jeden Kundenkontakt individuell anpassen, vom Marketing über den Vertrieb bis hin zum Service.

Wir bedanken uns bei Lutz Jannausch für das aufschlussreiche Gespräch. Wenn Sie mehr über die Planung in Power BI erfahren möchten, schauen Sie sich unser On-Demand-Webinar zum Thema an. Dort erfahren Sie von Microsoft und Jedox Experten, wie Sie Jedox mit Power BI einfach kombinieren.